Unterweisung Gehörschutz

PSA Kat. III: Jährliche Unterweisung mit praktischen Übungen ist Pflicht

Gehörschutz ist PSA der Kategorie III und schützt vor irreversiblen Gesundheitsschäden. Deshalb muss die jährliche Unterweisung praktische Übungen enthalten: Jeder Mitarbeitende muss nachweislich in der Lage sein, den Gehörschutz korrekt einzusetzen, zu prüfen und zu pflegen.

Diese Seite zeigt, was die Unterweisung beinhalten muss, wie Sie sie dokumentieren und wie Earwear Sie dabei unterstützt.

7 Pflichtinhalte für die jährliche PSA-Kat.-III-Unterweisung

Was muss die Unterweisung beinhalten?

01

Gefahren durch Lärm

Wie Lärm das Gehör schädigt, was Lärmschwerhörigkeit ist und warum der Schaden irreversibel ist. Dazu die konkreten Lärmpegel am eigenen Arbeitsplatz.

02

Grenzwerte und Lärmbereiche

Der Auslösewert liegt bei 80 dB, der Expositionsgrenzwert bei 85 dB. Wo im Betrieb die Lärmbereiche liegen und was die Gebotsschilder dort bedeuten.

03

Korrektes Einsetzen und Entfernen

Bei PSA Kat. III ist es Pflicht, dass jeder Mitarbeitende den Gehörschutz unter Aufsicht selbst einsetzt und entfernt. Bei Otoplastiken zählt das korrekte Eindrehen, bei Schaumstoff-Stöpseln das richtige Zusammenrollen und Einführen – kontrolliert durch den/die Unterweiser:in.

04

Sitzprüfung

Wie der Mitarbeitende prüft, ob der Gehörschutz richtig sitzt: Bei Otoplastiken erfolgt die Dichtigkeitsprüfung, indem er die Hände über die Ohren hält – ist kein Unterschied hörbar, sitzt der Schutz dicht. Bei Kapselgehörschutz werden stattdessen Bügeldruck und Polster geprüft.

05

Pflege, Reinigung, Wartung

Der Gehörschutz sollte nach jedem Einsatz gereinigt werden, am besten mit lauwarmem Wasser oder Reinigungsspray. Ersetzt wird er bei Beschädigungen, Rissen oder Verformung – aufbewahrt in einer sauberen Box, nicht in der Hosentasche.

06

Tragepflicht und Konsequenzen

Wann und wo Gehörschutz getragen werden muss und was bei Nichtbeachtung passiert. Wichtig: Schon kurzes Absetzen reduziert die Schutzwirkung drastisch – 5 Minuten ohne Schutz bei 100 dB kosten bereits 50 % der Schutzwirkung.

07

Gesundheitsüberwachung

Es besteht ein Recht auf Audiometrie: ab 80 dB freiwillig, ab 85 dB verpflichtend alle fünf Jahre. Die Untersuchung findet über den AUVA-Lärmbus oder einen ermächtigten Arzt statt.

Dokumentation der Unterweisung

Die Dokumentation ist ein zentraler Bestandteil der Compliance. Bei Begehungen durch die Berufsgenossenschaft oder bei Arbeitsschutz-Audits dienen diese Unterlagen als Nachweis, dass der Arbeitgeber seinen Pflichten nachkommt.

Empfohlene Dokumentation:

✓ Datum und Uhrzeit der Unterweisung
✓ Name des Unterweisenden
✓ Inhalte der Unterweisung (Agenda)
✓ Teilnehmerliste mit Unterschriften
✓ Vermerk: Praktische Übungen durchgeführt
✓ Bei angepasstem Gehörschutz: Funktionsprüfung inkl. Ergebnis dokumentiert
✓ Besondere Vorkommnisse / Anmerkungen
✓ Nächster Termin (spätestens 1 Jahr)

Häufige Fragen zur Unterweisung

Wie oft muss die Unterweisung stattfinden?
Mindestens jährlich. Bei Änderung der Arbeitsbedingungen, neuem Gehörschutz oder nach einem Vorfall (z.B. Hörschaden): zusätzliche Unterweisung. Bei neuen Mitarbeitern: vor erstmaliger Verwendung.
Was passiert, wenn die Unterweisung nicht dokumentiert ist?
Ohne Dokumentation kann der Arbeitgeber im BK-Verfahren nicht nachweisen, dass er seiner Unterweisungspflicht nachgekommen ist. Das schwächt seine Position erheblich. Die Arbeitsinspektion prüft die Dokumentation bei Kontrollen.
Wer darf die Unterweisung durchführen?
Der Arbeitgeber selbst, die Sicherheitsfachkraft, der Betriebsarzt oder eine vom Arbeitgeber beauftragte fachkundige Person. Bei massgefertigtem Gehörschutz kann die Erstunterweisung auch durch den Hörgeräteakustiker im Fachinstitut erfolgen.
Reicht eine Online-Schulung?
Für den theoretischen Teil: ja. Für die praktischen Übungen (korrektes Einsetzen, Sitzprüfung): nein. PSA Kat. III verlangt ausdrücklich praktische Übungen unter Aufsicht. Jeder Mitarbeiter muss nachweislich in der Lage sein, den Gehörschutz korrekt zu verwenden.
Was sind "praktische Übungen"?
Jeder Mitarbeiter setzt unter Aufsicht den Gehörschutz ein und entfernt ihn. Prüft den korrekten Sitz. Demonstriert die Reinigung. Das ist kein Frontalvortrag - es ist Hands-on-Training. Bei maßgefertigtem Gehörschutz ist das beim Abholtermin im Fachinstitut bereits inkludiert.
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Foto von lilartsy auf Unsplash